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Mein Megamarsch

Tja nun ist er rum, und ich habe schon wieder die ersten beiden Nächte zuhause verbracht.

Ich vor dem Start

Mein Ergebnis? Laut Komoot: 7:09 Stunden mit 43,3km und einer Geschwindigkeit von 6,1 im Schnitt (Insgesamt 56.000 Schritte). Bei VPS2 bin ich ausgestiegen. Das war früher als geplant und erwartet und trotzdem bin ich zufrieden.

  • Persönlicher Streckenrekord
  • Persönlicher Geschwindigkeitsrekord auf einer solchen Strecke
  • Wahrscheinlich auch persönlicher Rekord bei den gelaufen Höhenmetern.

Die Voraussetzungen waren nicht optimal, ich hatte die Nächte vorher schlecht geschlafen, weil ich doch sehr aufgeregt war. Um auch starten zu können, hatte ich Montags das Volleyballtraining ausfallen gelassen und hatte war auch nur noch im Schritttempo und nicht mehr joggend oder fahrradfahrend unterwegs gewesen. Ich wollte jetzt nicht wegen einer Verletzung ausfallen.

Samstag morgen stand ich entspannt auf, packte die letzten Sachen und machte nicht mehr viel. Außer einer echten Dummheit: Ich stieß mir den kleinen linken Zeh am Sofa. Das tat zwar weh, aber sonst war alles gut, dachte ich. Als ich dann die Wandersocken und -schuhe anziehen wollte, stellte ich fest, dass der Zeh leicht blau war und in den Schuhen auch schon schmerzte. Da ich aber keine Idee hatte, wo ich den Zeh am Besten polstere, habe ich es gelassen.

Start

Mein Transfer zum Megamarsch holte mich ab und wir fuhren zu km 25. Dort parkte mein Kollege Christian sein Auto und wir deponierten die Jacken da drin. Dann fuhren wir zu dritt zum Startpunkt. Und ich muss sagen, dass war mir fast zu voll. Christian und mir war klar, dass unser Tempo nicht wirklich passen würde, und wir uns wohl relativ schnell trennen.

Bevor es losging traf Christian noch kurz seinen Vater und ich einen weiteren Christian, mit dem ich über einen gemeinsamen Bekannten in Kontakt gekommen war.

Hier war ich mit Henrik schon ne Zeit unterwegs

Ich fand mich dann auf einmal in der zweiten Startgruppe und wenige Meter hinter mir mein Kollege. Wir blieben nach dem Start eine Zeitlang zusammen, aber irgendwann merkte ich, dass ich zu langsam für mein natürliches Tempo bin. Bei km 2,5 verlor Christian mich dann aus den Augen. Ich hatte auf einmal einen jungen Mann vor mir, der geschickt auf den ersten Wegen einige Leute überholte und ich hing mich dran. Nach gut einem Km fragte ich ihn, was er denn so als Grundtempo plant, dass wusste er nicht genau, und auf einmal sah er eine Lücke und war weg.

Kurz vor km 5 traf ich auf Henrik und wir gingen bestimmt 10 oder 12 Minuten schweigend nebeneinander her. Unser Tempo lag gut bei ca. 6km/h. Er wirkte nicht unsymphathisch also brach ich irgendwann unser Schweigen, wir kamen ins Gespräch er war auch alleine und unsere Zielzeit von 12 bis 13 Uhr passte zum aktuellen Tempo und so wollten wir es wenigstens für die Nacht gemeinsam versuchen.

Wir machten echt Tempo, überholten jemanden, der barfuss unterwegs waren und noch vor dem ersten Versorgungspunkt war klar, wir haben die langsamen der ersten Startgruppe eingeholt.

VPS 1

Am ersten Versorgungspunkt (km 16,x) waren wir nach knapp 2:20h. Das war schon nicht schlecht. Einmal zum Klo, Wasser auffüllen kurz beim Essen vorbei und weiter. Henrik machte Druck und ich hatte auch alles was ich brauchte. Etwas Sorgen machte ich mir, weil ich bis dahin nur einen knappen halben Liter getrunken hatte. Henrik meinte, ich müsste schon schauen, dass da ein Liter/h getrunken wird.

Ohne Pause zog ich dann irgendwann dann eine weitere Schicht über mein Shirt, weil es doch frisch wurde. Um kurz nach Halb neun waren wir dann schon bei km 25 und ich holte die Jacke aus dem Auto. Eine Freundin wollte mich dort anfeuern und kam -auf meinem Wunsch- mit heißem Pfefferminztee und schokolade. Der Pfefferminztee war gut gezuckert und das war echt eine Wohltat. Hier war ich hochmotiviert. Ich hatte km 25 für 21:00 eingeplant und wir trafen uns zwanzig Minuten früher.

Und dann ging es wieder hinaus in die Dunkelheit. Die Aussicht auf 9h Dunkelheit machten mir um 22 Uhr noch nicht viel aus. Aber je später es wurde, desto nerviger fand ich das. Die Sponsorenstation von Krombacher ließen wir ausfallen, weil es echt gut lief, wir waren gut drauf und den Umweg wollten wir jetzt nicht gehen.

Irgendwann wurde mir Kalt und ich zog die Jacke an. Das hätte ich früher machen sollen. Die Wärme gab mir neuen Schwung.

Henrik war übrigens ein Super Begleiter. Wenn ich mal ne Weile langsamer wollte, schaute er sich immer um, wo ich war, und auch als ich die Jacke anzog, wartete er schließlich damit ich nicht zuviel aufholen muss. Und mittlerweile zog es sich. 30km hatten wir hinter uns und 12 noch vor uns…

Wie sich rausstellte ist Henrik ziemlich sportlich und ich bin verdammt glücklich, dass ich eine so lange Distanz einigermaßen mit ihm mithalten konnte.

Alle 8 bis 10km kippte ich 400mg Magnesium in mich rein. Das war auch wirklich nötig. Einmal hatte ich kurz das Gefühl einen Krampf im Oberschenkel zu bekommen, aber das war schnell wieder weg.

km 30

Langsam merkte ich meinen kleinen Zeh, der war echt empfindlich. Aber mittendrin anhalten und schauen wollte ich jetzt auch nicht. Tja und irgendwann führt die Schonhaltung des linken Fußes zu Schmerzen im rechten Knie. Wir waren bei km 38 und ich musste langsam eine Entscheidung treffen.

  • 60 km mit Schmerzen im Knie?
  • Ich hatte einigen versprochen wegen der Diakonenweihe im November keine Verletzung zu riskieren
  • Da ich die Strecke mit dem Fahrrad erforscht hatte, wusste ich, dass da noch einige Abstiege kommen, die ich in dem Augenblick vielleicht noch angegangen wäre, aber 2h später wäre mir das zu heikel gewesen.
  • Ich konnte mich jetzt abholen lassen, ohne jemanden zu wecken. Später wäre das schwieriger geworden.

Ich sagte Henrik bei km 38 , ich wäre bei VPS2 raus und ließ ihn ziehen. Er legte dann auch nochmal einen Zahn zu und wir sahen uns nochmal kurz an der VPS2. Dann habe ich die Abholung dort organisiert.

Für die letzten 4km mich nochmal mit jemanden zusammen, der etwas langsamer unterwegs war. Das war jetzt ein Tempo mit dem mein Knie besser zurecht kam. Aber ich hatte mich entschieden. Wir redeten noch nett und trennten uns dann an der VPS2.

Henrik kam kurz nach der Eröffnung an der VPS2 an, ich gut 20 Minuten später. Dass ich auf diese Distanz so gut in der Zeit sein kann. Henrik bekam noch meinen Ausdruck mit dem Ausdruck der Öffnungszeiten von den VPS. Dann war er wieder weg.

Ich habe dann zufrieden mit meinem Ergebnis das Auto zur Heimfahrt gesucht und war froh gegen 1 Uhr im Bett zu sein. Mein kleiner Zeh hatte zwei fette Blutblasen, die wirklich fies aussahen. Dann gab es noch eine Blase am Ballen, aber sonst alles gut.

Henrik habe ich nachher bei Instagram gefunden. Er war um 11:30 Sonntags fertig. Christian hat durchgehalten und war nach 23:50 gegen 16:00 durch. Herzlichen Glückwunsch an beide.

Die Orga war super, die Malteser sind fünfmal mit dem Motorrad an uns vorbei und haben uns jedes Mal gegrüßt, um zu sehen, wie es uns geht. Die Stimmung an den Stationen war optimal. Und beim Start fand ich das alles noch etwas zurückhaltend, aber unterwegs waren die Leute wirklich alle offen, gut drauf und immer ansprechbar.

Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass das Trinken nach der ersten Station besser geklappt hatte. Die 2,5l aus meiner Trinkblase waren weg.

Hätte ich Bock auf einen neuen Versuch? Ja schon, aber ich kenne mich lange genug um zu wissen, dass ich

  • keinen Bock auf eine intensive Vorbereitung habe
  • mein Ehrgeiz nicht über 16 bis 20h reichen würde
  • ich immer noch einige Stellen der Strecke müde nicht gehen möchte
  • ich in den letzten Wochen auch beim Laufen und dem MTB lieber ohne Tracker unterwegs war, ich habe momentan Lust auf Sport ohne Leistungsdruck
Mein Fuß

Meine Blutblase habe ich mir dann Montags vom Arzt aufstechen lassen. Es war nicht soviel Blut drin, wie ich von der dunklen Farbe erwartet hätte..

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