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Herzklappen

Geboren wurde ich mit einem Herzklappenfehler. Kurz vor der Einschulung waren wir zum ersten Mal beim Kardiologen. (Mein Kinderarzt hatte meine Eltern so eingeschätzt, dass sie mich zu sehr einschränken würden, wenn sie von dem Herzfehler wüssten und es ihnen daher erst kurz vor der Einschulung erzählt. Meine Mutter war ziemlich sauer, hat ihm aber im Nachhinein zugestanden, dass er Recht hatte, weswegen er unser Kinderarzt blieb.)

Damals in den 80er war der Fehler zwar operativ reparabel, aber das Risiko einer Herzoperation war den Gewinn nicht wert. Was uns niemand sagte (oder wir haben es nicht gehört), dass irgendwann eine Operation kommen würde.

Als Sie dann kam, waren wir alle nicht wirklich vorbereitet. Mitte November 2011 hatte ich Symptome eines Herzinfarktes. In der Woche vor Weihnachten lag ich auf dem OP-Tisch. Die Wochen vorher waren echt hektisch. Der Kardiologe schaute aufs EKG und sagte: “Da der Ausschlag, sie brauchen ne neue Klappe.” Und dann ging es los Herzkatheter mit ner Woche Krankenhaus für die Voruntersuchungen. Dann ein paar Tage nachhause, Zahnarzt und Ohrenarzt.

War ich aufgrund meines Alters fest davon ausgegangen, dass ich eine mechanische Herzklappe bekomme, setzte sich der leitende Oberarzt zu mir und meinte, sie wären dort Fans der Bioklappen. 15 Jahre Haltbarkeit wären locker zu schaffen und bis dahin gäbe es dann gute TAVIs (Klappenersatz über Katheter) Und ich bräuchte kein Marcumar. Ein kurzes Telefonat mit meiner Frau und wir waren für die Bioklappe. (Gerinnungshemmer und Reiten war uns zu risikoreich)

Einige Wochen später war ich aus der Reha zurück und hatte Kontakt mit dem Klappenhersteller aufgenommen. Ich wollte einige Fragen stellen. Ich bekam einen Telefontermin und ein nettes Telefonat. Das habe ich damals hier zusammengefasst.

Im Frühjahr 2016 war die Bioklappe im Eimer und ich fand mich wieder in einem Krankenhaus ein. Diesmal war allen klar, es wird die mechanische Klappe mit allen Konsequenzen. Zu der mechanischen Klappe hatte ich auch Fragen und hätte gerne ein Exemplar für das Bücherregal gehabt. Aber SJM (Saint Jude Medical) hatte keine Ansprechpartner in Deutschland. (oder ich habe sie nicht gefunden.) Mittlerweile ist SJM von Abbott gekauft worden.

Eine Telefonnummer fand ich dort, aber da ich mein Anliegen für ungewöhnlich hielt, dachte ich, eine Email sei die bessere Lösung. Irgendwo fand ich dann eine Emailadresse, schilderte mein Anliegen und wartete.

Nach gut 10 Tagen kam ein Anruf. Eine wirklich freundliche Dame am Telefon, die mir erzählte, dass ich keine Klappe bekommen könne, wegen gesetzlicher Vorschriften. Aber sie würde sich gerne mit mir treffen, sich zwei Stunden Zeit nehmen, mir alle Fragen beantworten und mir alles zeigen. Man, was habe ich mich gefreut. Und voller Vorfreude ging es dann zu dem Termin.

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