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Megamarsch: 40km

Der Megamarsch kommt immer näher. In den letzten Monaten habe ich an meiner Grundfitness mit Laufen und Fahrradfahren gearbeitet.

Dann bin ich einmal 25km gewandert. Am Ende waren das 30.000 Schritte in ziemlich genau 4h (ca 6km/h). Damit weiß ich, dass ich beim Megamarsch mit 120.000 Schritten rechnen muss. Ich hoffe, mich am Ende mit “nach weiteren 1000 Schritten kannst Du immer noch aufhören” zwingen kann weiter zumachen.

Im letzten Urlaub wollte ich mir die Strecke einmal anschauen, um zu sehen, was für Schuhe wohl Sinn machen. Ich bin die Strecke also soweit wie möglich mit dem Fahrrad abgefahren. Die ersten 50km waren relativ flach, so hatte ich die in entspannten 3h geschafft. Weitere 20km haben nochmal 2h gebraucht. Abgebrochen habe ich die Fahrradtour an einer Stelle, an der ich einen unbefestigten Waldweg hochmusste. Mit Laufschuhen und Fahrrad an der Hand war das nicht machbar. Da meine Frau -wie verabredet – mittlerweile in der Nähe war und ich gerade eine Straße hinter mir gelassen hatte, kehrte ich bis dorthin um, beendete die Tour und war zufrieden.

Ich hatte am nächsten Tag keinen Muskelkater oder sonstige körperliche Probleme. Klar war jetzt, dass die Steigungen erst in der zweiten Hälfte der Tour kommen und ich definitiv gutes Schuhwerk brauchte. Schuhe bekam ich dann nach Terminvereinbarung bei Globetrotter. (Das war ziemlich genial, gerade mit dem Termin und ist absolut empfehlenswert.)

Vergangenen Samstag habe ich dann eine 40km Tour angesetzt, die aber auch wenigstens teilweise im Dunkeln stattfinden sollte. (Dummerweise war am Abend vorher Dorfarbend und ich glaube, ich hatte zwei Rhabarberschnaps zuviel). Den Samstag verbrachte ich nach einer kurzen Runde mit dem Hund faul auf dem Sofa.

Kurz bevor es dann losgehen sollte, gab es noch ein Gewitter, das aber aufhörte als ich losgehen wollte. Nach gut 3km traf ich den Wanderkameraden, der die 40km mitgehen wollte. Leider startete er schon mit Schmerzen. Wir brauchen dann für die 20km (mit den dreien, die ich alleine unterwegs war) knapp 3:30h reine Laufzeit. 15 bis 20 Minuten verbrachten wir zwischendurch mit kurzen Pausen. Mittlerweile war es 22:30 und wir sorgten mit Reflektoren für Sicherheit und setzten die Stirnlampen auf.

Auf dem Rückweg waren nach 7km die Schmerzen für meinen Partner zu groß, so dass er auf ein Taxi umsteigen wollte. Da ich seit einiger Zeit einen positiven Schub in Körper und Geist hatte, entschloß ich mich alleine weiter zugehen. Meinen Schätzungen zufolge würde ich 6 bis 7 km brauchen, um in ein Gebiet zu kommen, das ich wirklich gut kenne.

Regelmäßig hatte ich den Whatsapp Status aktualisiert, weil einige wissen wollten, wie die Wanderung lief. Und als ich schrieb, dass ich nun alleine sei, fand sich jemand, der noch wach war und dem ich regelmäßig meinen Standort schicken konnte.

Nachts um 2:10 war ich zuhause, knapp 7:40 war ich unterwegs, davon ungefähr 37 Minuten Pausenzeiten.

Was habe ich aus der Aktion mitgenommen:

  • alle 10km Magnesium hilft wirklich. Da ich meinen Vorrat geteilt hatte, fehlten auf dem Rückweg zwei Portionen, dass habe ich zum Ende hin gemerkt.
  • 4,5l Wasser sind zuviel Gewicht. Aber das wird auf dem Megamarsch nicht nötig sein, da wir versorgt werden. Die 3l Trinkblase wird reichen.
    • Mit soviel Gepäck musste ich den Rucksack sehr engstellen, das sollte dann im Ernstfall lockerer sein und dann auch nicht zu Schmerzen führen.
    • Ich muss mehr trinken, ich war zu sparsam.
  • Kleidung: Meine Hose mit der Laufleggins drunter ist eine gute Idee. Je nach Temperaturen im September nicht die 3/4 sondern die lange Version anziehen.
  • Sitz der Laufleggins kontrollieren. Einige km mehr und ich hätte mir nen Wolf gelaufen.
  • Traubenzucker mit Cola-Geschmack ist motivierend. Ich muss nur dran denken, den auch alle paar Km einzuwerfen
  • Tracking: Komoot kann die Meldungen auf meine Smartwatch geben. Gerade im Dunkeln wunderbar, weil das helle Handydisplay zu sehr blendet.
  • Schuhe: dank zwei paar Socken (Dünner Sneakersocken/Tennissocken drüber) keinerlei Blasen.
  • Die Fussballen taten nach 40km ziemlich weh. Das sollte besser werden durch andere Schnürung, eingelaufene Schuhe und mehr Steigung. (Der Schmerz war nach 5 Stunden Schlaf weg. Wichtig für die Motivation!!)
  • Keine Probleme mit den Knien.
  • Die Hände waren schnell dick und steif –> Stöcke ausprobieren.
  • Auf dem Hinweg hatten wir knapp 5,9km/h. Auf dem Rückweg solange wir zu zweit waren, 5,6km/h bis zum Ende der Tour hatte ich die Geschwindigkeit alleine dann wieder auf 5,8km/h angehoben. Ich kann also 40km in gut 7 Stunden reiner Gehzeit abreißen.
  • Ich bin hart genug mein Ding zu machen und notfalls alleine weiterzuziehen.
  • Im Dunkeln wird es wichtig, sich besonders auf lose Steine zu konzentrieren. Irgendwo umzuknicken wäre echt übel.

Dank den Ergebnissen meiner Fahrradtour, weiß ich dass die erste Hälfte eher flach ist. Ich werde also die erste Hälfte in gut 9h inklusive Pausenzeit machen können. Dann bleiben 15 für die weiteren 50.

Bei der Radtour habe ich am Ende das Fahrrad bei den Steigungen auch geschoben. Hier war ich bei 4,5 bis 5 km/h. Ich sollte also für den zweiten Teil mit 10 bis 12h auskommen. Das ist weniger Pufferzeit als gehofft, aber da ist die Chance, dass ich mit 24h auskomme.

Es gab bei der Fahrradtour übrigens einige Stellen bergab, die ich im Dunkeln, bei Regen und übermüdet nicht gehen möchte. Da geht Sicherheit vor und ich plane dann entsprechend abzubrechen.

Am Sonntag morgen nach den 40km war ich mir übrigens nicht sicher, ob ich mich nach den Strapazen der Nacht überhaupt an die 100km traue. Abends war klar, ich probiere das.

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