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MTB Training

Im August 2018 habe ich mir ein günstiges MTB (Hardtail) gekauft, weil das mit dem Laufen wegen der Knie nicht so gut lief und ich unbedingt sportlich aktiv bleiben wollte. Meine aktive Fahrradzeit endete mit der Schulzeit. Aber das waren auch nur immer knapp 2km mit dem bequemen Hollandrad zur Schule und wieder zurück.

Und nun stand ich da mit meiner ersten Kettenschaltung, zwei Scheibenbremsen und viel Neugier. Nach zwei Wochen machte ich eine 76km Tour in die Eifel und stellte fest, dass ich überhaupt kein Gefühl dafür habe, wie ich denn sinnvoll mit Tempo bergab komme, und wie ich im Notfall bremse ohne den Abflug zu machen.

Außerdem war ich in der Drover Heide, einem ehemaligen Militärgebiet bei uns in der Nähe. Heute ist es ein Naturschutzgebiet. An einigen Stellen haben sich so seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt, dass die Besucher diese Stellen nur über Holzbohlenwege überqueren dürfen. Das Problem für mich als MTBler, sind die Stufen auf diese Stege.

Bei meinem ersten Besuch habe ich mein Vorderrad noch auf den ersten Steg bekommen, beim zweiten Besuch habe ich einen Abflug über den Lenker gemacht. Das war nicht lustig, weil ich Gerinnungshemmer nehme und mir die Finger an den Bremshebel aufgeratscht hatte. (Ich trug nur fingerlose Handschuhe). Das blutete ziemlich ausdauernd und das Schienbein wurde dick. Am Parkplatz konnte ich mir dann helfen lassen, was den Finger anging. Aber das anschwellende Bein machte mir schon Sorgen, also fuhr ich nachhause, Bein hoch und kühlen. Es ist gimpflich ausgegangen, aber mir war klar, für meine Sicherheit brauche ein Techniktraining.

Gefunden habe ich dann die https://bikeschule-aachen.de/ Eine der beiden Inhaberinnen ist Dipl. Sportwissenschaftlerin und hat auch Erfahrung mit Rehapatienten. Das war für mich die ideale Kombination. Ich hatte nämlich auch Probleme, dass der Bereich um die Thoraynarbe (Herzop) nach längeren Fahrten schmerzte.

Ich mailte also mit Mirijam mehrmals hin und her und wir einigten uns auf zwei Einzelstunden, weil ich doch sehr spezifisch in meinen Anforderungen war. Der Termin im Oktober fiel aus, weil ich erkältet war, und so trafen wir uns Mitte Januar bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Und um das Fazit vorwegzunehmen: Ich hatte einen tollen vormittag.

Nach einem kurzen technischen Check meines Bikes ging es direkt in unsere Themen

  • Aktive Position auf dem Bike.
    • Schulter -ohne Last – über dem Lenker
    • Pedale waagerecht
  • Kurven durch Gewichtsverlagerung (Gleichgewicht.)
  • Bremsen (vorne und hinten und dann auch beides)
  • Einstellungen: Sattelhöhe, Pedale (Klickpedale ja oder nein)

Danach waren die ersten 45 Minuten auch schon rum und wir fuhren ins Gelände. Bei uns bin ich ja nur Flachland gewöhnt und die Steigungen da waren für mich auch schon eine Herausforderung. Ich merkte, dass ich dem neu erworbenen Wissen noch nicht traute und erst einmal die Böschung zur Bremshilfe nutzte. Wir fuhren eine Strecke mehrmals herab und ich tastete mich langsam an höheres Tempo heran. Aber wichtig war auch die Anweisung, die Wurzeln bewusst mitzunehmen. So konnte ich erfahren, dass das Hinterrad zwar abhebt, aber auch wieder auf den Boden kommt. Also kein Grund in die Vorderradbremse zu steigen und den Abflug zu machen.

Anschließend versuchten wir uns noch an den ersten Übungen zum Treppensteigen: Also die Räder einzeln vom Boden zu heben. Vorne ging irgendwann ganz gut, hinten war es ein Kombination aus Konzentration mit Glück, um das Rad ein wenig anzuheben.

Mirijam war als Lehrerin sehr entspannt, hat gut erklärt, viel gelobt und natürlich auch kompetent. Die kurzfristigen “Hausaufgaben” Kettenpflege, Brems- und Schalthebel umbauen habe ich in der ersten Woche erledigt. Jetzt warte ich darauf, dass der Schnee weggeht, damit ich auch ans Üben komme.

Wie ich mich im Bezug auf Click- oder Kombipedale entscheide, muss ich mir noch überlegen. Sie hat mir von beidem abgeraten. Gerade das Hochheben der einzelnen Räder wäre damit zu einfach, und “getrickst”. Und sie riet mir dann auch je, nach Fahrplan die Pedale zu wechseln, anstatt Kombipedale zu nehmen.

Meine Fahrtstrecken sind aber nicht sooo eindeutig. Wenn ich hier in der Gegend 30km fahre, machen die Clickpedale auf 25km der Strecke Sinn, und 5km sind dann so Gelände, dass ich die Plattform nutzen wollen würde. Wenn ich von Zuhause in die Drover Heide starte ist es vielleicht 60:40 für Clickpedale. Und das mit dem “Tricksen”: Ich fürchte, da könnte mir auf Dauer der Ehrgeiz fehlen. Da muss ich aber nochmal drüber Nachdenken.

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