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Filmkritik “Der dunkle Turm”

(Achtung im folgenden werden ich ordentlich spoilern.) “Der Mann in Schwarz floh in die Wüste und der Revolvermann folgte ihm.” Ich war dreizehn oder vierzehn als ich das erste Mal den ersten Band “Schwarz” aus dem Dunklen Turm Zyklus in die Hand nahm. Gefunden hatte ich das Buch damals im Bereich “Western”. Dieser Satz ist für mich bis heute einer der fesselndsten ersten Sätze. Ich fand damals leider nicht direkt die Folgebände und so hat es lange gedauert, bis ich alles gelesen hatte. (Was aber auch daran lag, dass  Stephen King noch nicht fertig war.) Für mich ist dieses Werk ähnlich großartig  wie der Herr der Ringe oder Star Wars. Und nachdem dann irgendwann der Herr der Ringe verfilmt war, war für mich unverständlich, wieso es nicht möglich sein sollte, das verfilmen. Immer mal wieder schaute ich im Netz, ob es Neuigkeiten zum Projekt gab. Aber es ging irgendwie nicht vorwärts.

Aber gestern abend war es dann soweit, und ich konnte den ersten (?)  Film im Kino sehen. Da ich gelesen hatte, das Stephen King mit dem Film ganz glücklich sei, habe ich mich getraut. Als erstes Fazit kann ich sagen, sie hätten es schlimmer machen können, aber es war auch noch Luft nach oben. 95 Minuten sind leider auch nicht viel, um die Stimmung einzufangen. Die Eindrücke im folgenden sind nicht sortiert und so wie sie mir in den Kopf kommen:

  • Jacks Familie ist verändert, aber das war ganz ok gemacht. Katheryn Winnick sah ich vor meinem inneren Augen als die Schildmaid aus Vikings aber irgendwann war sie dann doch Jakes Mutter. Jakes Rolle erinnerte mich hier aber etwas an Bastian aus der unendlichen Geschichte. So notwendig hatte ich ihn jetzt für die Rettung des Turmes nicht in Erinnerung.
  • Die Schnelligkeit des Revolvermannes fand ich in der ersten Szene nicht gelungen. Aber im späteren Verlauf gab es dann genug Tricks, die eine tolle Fingerfertigkeit des Revolvermannes zeigten.
  • Was es heißt Revolvermann zu sein, ist auch gut transportiert worden. Genauso wie der erste Satz (s.o.) kamen auch die Glaubenssätze der Revolvmänner ausreichend zur Geltung. Ich denke auch für Leute, die die Bücher nicht kennen, kam genug rüber.
  • Auch wenn Matthew McConaughey sich in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Schauspieler entwickelt hat, war ich überzeugt, wenn ich den zum ersten Mal als Bösewicht sehe, muss ich laut auflachen. Aber er Mann hat so gut gespielt, ich hatte in einer Szene echt Angst vor ihm. Das war echt der Wahnsinn. Und für mich wirklich die größte Überraschung.
  • Diese technische Einrichtung zur Zerstörung des dunklen Turms hatte ich nicht mehr in Erinnerung.
  • Idris Elba ist ein toller Roland. Genauso toll wie Viggo Mortensen als Aragorn. Bei beiden hatte ich den Eindruck, sie würden mit der Rolle verschmelzen. Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn dieser Roland auf die schwarze Detta im Rollstuhl trifft. Die ganze Rassismussprüche fallen dann ja weg, die habe ich aber immer als dominant für ihren Character empfunden.
  • Ja, Eddie und Odetta fehlen. Ich würde mich sehr freuen, Sie auf der Leinwand oder im TV kennen zu lernen.
  • Das Ende ist mir nicht offen genug. Die Geschichte endet ja nicht. Aber vielleicht hatte man Angst, man darf nicht weiter machen, weil man kein Geld mehr bekommt.

Mein Fazit: Es war nicht genug “Dunkler Turm”. Als Appetithappen durchaus genießbar. Ich würde den FIlm auf jeden Fall wieder anschauen. Aber ich vermute es war zuwenig um neue Fans zu generieren. Mein Traum wäre ja eine Serie auf dem Niveau von Game of Thrones. Und auf dem Niveau war der Film leider definitiv nicht.

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