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Racial Profiling

Momentan ist ja die große Diskussion wegen Silvester und Köln in den Medien. Ich will da gar nicht weiter drauf eingehen, sondern etwas erzählen, was da mit reinspielt.
Es ist schon Jahre her, dass ich im Kölner HBF in der hinteren Querpassage (offiziell E-Passage) saß und irgendwie Zeit totschlug. Während ich da so saß, setzte sich junger Mann mit dunklerer Haut ( mir fällt gerade nicht ein, wie es aktuell politisch korrekt auszudrücken wäre.). Wir hatten uns nichts zu sagen, und jeder ging seinen Dingen nach. Bis auf einmal eine Polizeistreife bei ihm eine Ausweis- und Taschenkontrolle vornahm. Und er fragte dann, warum er kontrolliert würde und ich nicht. Diese Frage stellte ich mir in dem Augenblick auch. Es war spürbar, dass die Beamten dieser Frage nicht nachgehen wollten. Damals war mir in dem Augenblick zwar irgendwie unbewusst klar, dass das mit der Hautfarbe meines Sitznachbarn zusammenhängt. Aber dass dies eigentlich rassistisch ist, von zwei Männern auf einer Bank den Dunkelhäutigen zu kontrollieren und den Hellhäutigen in Ruhe zu lassen, ging mir erst viel viel später auf. Und ich würde es von den Umständen abhängig machen, wie ich beim nächsten Mal reagiere.
Diese Geschichte kam mir nun wieder in Erinnerung und macht mir nochmal deutlich, wie schwer es ist zwischen Rassismus, was es oben ja irgendwie war, und Nicht-Rassismus, wie in Köln (dort kamen ja noch andere Kriterien hinzu), zu unterscheiden.

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